„Ein Freund von mir hat früher bei einer Organisation für Menschen mit geistigen Behinderungen gearbeitet. Durch ihn erfuhr ich von dieser Möglichkeit. Für mich fühlte es sich richtig an, einen Teil der sozialen Verantwortung zu übernehmen und Menschen mit teilweiser Arbeitsfähigkeit zu beschäftigen. Seit zwanzig Jahren beschäftigen wir nun schon Menschen mit einer teilweisen Arbeitsfähigkeit. Wir hatten einen langjährigen Mitarbeiter, der inzwischen im Ruhestand ist. Ein anderer arbeitet seit über zehn Jahren bei uns und wir haben einen jüngeren Mitarbeiter namens Tomi, der vor zwei Jahren angefangen hat. Er ist aktuell krankgeschrieben. Sobald sich seine Situation verbessert, wird Tomi zurückkommen.“
„Als ich anfing, wandte ich mich an die örtliche Arbeitsagentur. Diese vermittelte mich an einen Jobcoach. Er erklärte mir, wie es funktioniert. Wir sagen, was wir brauchen, und die Agentur wählt die Bewerber aus und bereitet sie auf die Gespräche mit uns vor. Dann wählen wir unseren neuen Mitarbeiter aus. In unserem Fall bezahlen wir sie von Anfang an, wenn wir sie einstellen. So war es in unserem Tarifvertrag vereinbart.“
„Das Restaurant verfügt über verschiedene Arbeitsbereiche: die Küche, die Konditorei und das Café. Unser Ziel ist es, in Zukunft pro Arbeitsplatz einen Auszubildenden zu beschäftigen. Als wir anfingen, Menschen mit Behinderung zu beschäftigen, haben wir Aufgaben, die nicht zusammenpassen, gebündelt und ihnen nicht zugeteilt. Alle anderen Aufgaben wurden hingegen auf alle Mitarbeiter:innen mit oder ohne Teilarbeitsfähigkeit aufgeteilt, sodass jeder ein bisschen von allem hat. Selbstverständlich muss jede:r Mitarbeiter:in nur die Aufgaben erledigen, die seinen/ihren Fähigkeiten entsprechen. Glücklicherweise passen die meisten Aufgaben in die Bereiche Küche, Konditorei, Backstube und Halle.“
„Meine Mitarbeiter mit Behinderung sind ein selbstverständlicher Teil der Arbeitsgemeinschaft und werden von den Kunden akzeptiert. Bisher waren die Reaktionen der Kunden nach all den Jahren immer positiv. Das ist großartig, denn unsere Mitarbeiter haben an Selbstwertgefühl gewonnen und fühlen sich als Teil der Gemeinschaft. Sie sind fleißig und kümmern sich um ihre eigenen Aufgaben. Alle kommen mit guter Laune zur Arbeit. Meine teilweise arbeitsfähigen Mitarbeiter sind ein Leuchtturm für die Arbeitsgemeinschaft. Zudem habe ich jetzt auch einen Ruf als verantwortungsvoller Arbeitgeber. Wo es möglich ist, werde ich auch weiterhin teilarbeitsfähige Menschen einstellen.“